FÜR NEUE MUSIK ZÜRICH
Programm

PROGRAMM

18.12.2017  20:00  Zürich, Miller's
19.12.2017  20:00  "
20.12.2017  20:00  "
21.12.2017  20:00  "

CHRISTMAS CAROL
Charles Dickens
Eine Weihnachtsmusik für Instrumentalensemble und einen Action-Zeichner

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Walther Giger      Musik
Ulrich Scheel      Comix Szene

ensemble für neue musik zürich
Hans-Peter Frehner  Flöte
Manfred Spitaler    Klarinette
Viktor Müller       Klavier
Lorenz Haas         Schlagzeug
Sebastian Gottschick  Violine
Nicola Romanò       Violoncello

Ulrich Scheel




A Christmas Carol
eine Weihnachtsmusik für Instrumentalensemble und einen Action-Zeichner
von Walther Giger
A Christmas Carol in Prose, Being a Ghost-Story of Christmas (ein Weihnachtslied in
Prosa oder eine Geistergeschichte zum Christfest) ist eine Erzählung von Charles
Dickens. Sie handelt von Ebenezer Scrooge, einem alten, grantigen Geizhals, der in einer
einzigen Nacht zunächst Besuch von seinem verstorbenen Teilhaber Jacob Marley und
dann von drei weiteren Geistern erhält, die ihm schließlich dazu verhelfen, sein Leben zu
ändern.
Meine Komposition für sechs Instrumente verstehe ich als Tonspur zu einem imaginären
Stummfilm. Sie gibt in fünf Sätzen meine Eindrücke des Grotesken, nächtlich
Geisterhaften und die feierlich melancholische Atmosphäre in Dickens‘s Erzählung wieder.
Die Musik zitiert und entwickelt sich aus Stantipes (Stampftanz), englischer Fanfare und
Kirchenchoral im formalen Spannungsfeld zwischen rezitativischer Stagnation und
rhythmisch tänzerischer Stringenz.
Der Illustrator Ulrich Scheel visualisiert live die Erzählung von Dickens, zeichnet simultan
Bildsequenzen zur gespielten Musik. Auch er inspiriert sich an der literarischen Vorlage,
setzt sie frei assozierend in Form eines Szenenbuches (Storyboards) um.
Er ist auch improvisierender Mitmusiker mit der Feder als Instrument, er reagiert auf
musikalische Momente, Klänge, Rhythmen, und zeichnet beispielsweise den Musiker, der
gerade eine auffällige Passage spielt, an die Seite einer literarischen Figur.
Beide Medien, die Musik, das Visuelle bewegen sich im gleichen Zeitraum, schaffen
Analogien, ohne aufeinander angewiesen zu sein. Es ist auch nicht die Idee, dass das
Visuelle die Stimmung der Musik (oder umgekehrt) „abbilde“. Und doch enststeht eine
funktionale und inhaltliche Verbindung zwischen Bild und Musik, die sich bei jeder
Aufführung anders manifestiert.


A Christmas Carol
Eine Weihnachtsmusik für Instrumentalensemble und einen Action-Zeichner
von Walther Giger
A Christmas Carol in Prose, Being a Ghost-Story of Christmas (ein Weihnachts-lied in Prosa oder eine Geistergeschichte zum Christfest) ist eine Erzählung von Charles Dickens. Sie handelt von Ebenezer Scrooge, einem alten, grantigen Geizhals, der in einer einzigen Nacht zunächst Besuch von seinem verstorbenen Teilhaber Jacob Marley und dann von drei weiteren Geistern erhält, die ihm schließlich dazu verhelfen, sein Leben zu ändern.
Meine Komposition für sechs Instrumente verstehe ich als Tonspur zu einem imaginären Stummfilm. Sie gibt in fünf Sätzen meine Eindrücke des Grotesken, nächtlich Geisterhaften und die feierlich melancholische Atmosphäre in Dickens Erzählung wieder.
Die Musik zitiert und entwickelt sich aus Stantipes (Stampftanz), englischer Fanfare und Kirchenchoral im formalen Spannungsfeld zwischen rezitativischer Stagnation und rhythmisch tänzerischer Stringenz.
Der Illustrator Ulrich Scheel visualisiert live die Erzählung von Dickens, zeichnet simultan Bildsequenzen zur gespielten Musik. Auch er inspiriert sich an der literarischen Vorlage, setzt sie frei assoziierend in Form eines Szenenbuches (Storyboards) um. Er ist auch improvisierender Mitmusiker mit der Feder als Instrument, er reagiert auf musikalische Momente, Klänge, Rhythmen, und zeichnet beispielsweise den Musiker, der gerade eine auffällige Passage spielt, an die Seite einer literarischen Figur.
Beide Medien, die Musik, das Visuelle bewegen sich im gleichen Zeitraum, schaffen Analogien, ohne aufeinander angewiesen zu sein. Es ist auch nicht die Idee, dass dasVisuelle die Stimmung der Musik (oder umgekehrt) „abbilde“. Und doch entsteht eine funktionale und inhaltliche Verbindung zwischen Bild und Musik, die sich bei jeder Aufführung anders manifestiert.

Walther Giger
wuchs im St. Galler Rheintal auf. Seine ersten musikalischen Erfahrungen macht er mit der Krienser Halszither, und spielt «Ländlermusik» in der Kapelle seines Vaters. Später, als Jugendlicher vom Sog der rasch sich entwickelnden Rockmusik mitgerissen, wechselt er zur Gitarre. Auf einen länger dauernden
Entwicklungsprozess im Umfeld des Rock, dann auch des Jazz, folgt das Studium der klassischen Gitarre bei Ermanno Maggini in Zürich. Ergänzende Ausbildung erfährt er bei Julian Bream (Interpretation) und bei Bela Haich, Robert Blum und Meinrad Schütter (Komposition). In dieser Zeit beginnt er sich auch mit neuen Technologien und Verfahren der Klangerzeugung und -bearbeitung auseinanderzusetzen. Die Volksmusik, die Rockmusik, eine starke Affinität zur asiatischen Musik haben die Kompositionen von Walther Giger geprägt. Viele seiner Werke entstanden dadurch, dass Künstler aus verschie-denen Bereichen (Kammermusik, Theater, Gesang) mit ihren Projekten für die musikalische Ausgestaltung an ihn herantraten und international zur Auf-führung brachten.
Werkauswahl
1990 Precious Metals (für die Performance-Künstlerin Cathy Rose, New York)
Yuhi no Mimi – Kammeroper (Sopran, Bariton, Vl, Git, Kb) UA in Tokyo, weitere Aufführungen in verschiedenen Inszenierungen in Japan, Östrerreich, Tschechien, Deutschland und in der Schweiz > CD Jüngste Aufführung in Tokyo (Santori Hall, Oktober 2013)
1994 Zyklus II mit Shakuhachi (Shakuhachi, Vl, Git, Kb) Konzerte mit Shakuhachi Meister Tajima Tadashi und OrchesTrio (Japan und Schweiz)
1995 La Follia - die Abwesenheit des Pferdes (Tanzoper) Auftragswerk der Swiss Performance Company > CD
1997 Suite Alpestre nach Schweizer Volksliedern (Vl, Git, Kb) > CD Von OrchesTrio an der Weltausstellung Expo 2005 in Aichi auffgeführt
Tsunemasa – Vertonung eines Nô-Spiels (Sopran, Bariton, Vl, Git, Kb)
Auftragswerk der Swiss Re zum Jubiläum «25 Jahre Swiss Re Japan»
Aufführungen in Tokyo, Osaka und Zürich mit Maria Glarner, Shigeo Ishino und OrchesTrio
2006 A flight of Songs (Sopran, Vl, Kb) Lieder nach Gedichten von Tanikawa Shuntaro Auftragswerk der Violinistin Noriko Kawamura
2008 Rhapsodie (Kb, Cembalo) > CD Auftragswerk des Kontrabassisten Fumio Shirato)
2009 Landscapes – Musik zu Bildern von Tomoyoshi Ishihara (Git., Mundharmonika)
2010 Mater (Musiktheater mit «La Lupa»)
2012 Say Trang – Mondestrunken (Stimme, Git) > CD Liedzyklus nach Gedichten des vietnamesischen Dichters Han Mac Tu UA mit der Sängerin Camille Huyen am Festival 2012 in Hue/Vietnam
2013 Musik für Alphorn und Streichquartett Auftragswerk des Alphornisten Matthias Kofmehl
Aufführungen mit dem Niziol Quartett
2014 Meguriai — Begegnung (Sopran, Bariton, Piano) Liedzyklus nach Zwiegesprächen zwischen Ryokan und Teishin, Auftragswerk der Pianistin Satoko Sato, Aufführungen in der Schweiz und Japan mit Sonoe Kato, Niklaus Kost und Satoko Kato
2015 Ce fut en mai Metamorphosen eines Troubadourliedes (Git) > CD
2016 Sora wa tsunagatte iru (Ein blauer Himmel) für Kinderchor und Instrumentalensemble, Vertonung eines Gedichtes von Takeru Masuda, Auftragswerk der Violinistin Noriko Kawamura

Ulrich Scheel
Ich bin freiberuflicher Illustrator mit zehnjähriger Berufserfahrung und einem Background aus der Film-, Fernseh- und Theaterbranche. Meine Einsatzgebiete sind Deutschland, Schweiz, Österreich, Polen und Mexiko. Am liebsten mache ich Zeichnungen im Comicstil, natürlich mit dem entsprechenden Humor. Dabei ist mir wichtig, dass sie sympathisch aussehen, aber sie müssen nicht immer ausgefeilte Schmuckstücke für den Bilderrahmen sein. Meine Zeichnungen können auch sehr schnell und spontan entstehen, um Gedanken zu visualisieren oder zur Diskussion anzuspornen.

Früheres Projekt mit dem ensemble für neue musik zürich:

Live-Comics für Schweizer Kammeroper
5. Mai 2011 Ulrich Scheel
Bei der Kammeroper „Keyner nit“ des Schweizer Komponisten Mathias Steinauer war ich zusammen mit den Sängern auf der Bühne und habe sie während des gesamten Stücks mit meinen Comics begleitet. Die Zeichnungen entstanden entweder am Laptop und wurden per Beamer in das Bühnenbild projiziert oder ich malte sie mit einem Edding direkt auf die Kulissen. Sie dienten dazu, die gegenwärtige Handlung mit ihrer mittelalterlichen Ursprungsgeschichte, dem „Pataffio“ von Luigi Malerba, zu verknüpfen. Das Stück „Keyner nit“ wurde im Südpol Luzern uraufgeführt und hatte Folgevorstellungen im Züricher Theaterhaus Gessnerallee.


www.ulrichscheel.de
16. September 2017
© ensemble für neue musik zürich, Gutstrasse 89, CH-8055 Zürich
T +41 (0)44 383 81 81, M +41 (0)79 207 55 92
info(at)ensemble.ch, www.ensemble.ch/?det_id=347/