FÜR NEUE MUSIK ZÜRICH
Programm

PROGRAMM

19.11.2020  20:00  Zürich, Kunstraum Walcheturm
20.11.2020  20:00  "
21.11.2020  20:00  "
22.11.2020  17:00  "

„NEUES VOM WELTUNTERGANG“ UA
(nach einer Formulierung von Thomas Mann in Doktor Faustus)

Eine Operette von Johannes Marks für 4 Singende und kleines Ensemble

Gesetzt den Fall, dass wir tatsächlich in einer Zeit leben, in der es zum Äußersten kommt - sei es zur Klimakatastrophe, sei es zum Faschismus; dass wir tatsächlich Zeugen eines Phänomens werden, das man ein wenig großzügig den Weltuntergang nennen kann - welches Bild hätten spätere Generationen vom Leben in unserer Zeit?
Sie wären wohl überrascht, wenn sie sähen, wie alltäglich wir das aufziehende Grauen erleben - dass wir 'einfach so' weitermachen, arbeiten, fernsehen, telefonieren ... . Wo ist das Entsetzen? Wo bleibt das Aufbegehren?
Ein kleiner Beitrag des Aufrüttelns soll das Stück "Neues vom Weltuntergang" sein. Das Genre: nicht von ungefähr eine Operette, die ihren morbiden Charme ganz im Sinne des Tanzes auf dem Vulkan versprüht - denn szenisch wie musikalisch soll es nicht an den klassischen Zutaten Champagner, Kaviar und Liebe fehlen!
J.M.


Johannes Marks, geboren in Dortmund, studierte Komposition an der Folkwang-Hochschule in Essen bei Wolfgang Hufschmidt und Elektronische Komposition bei Thomas Neuhaus. Wichtige Impulse erhielt er bei Kursen mit dem Quartett Avance und David Smeyers, von Brian Ferneyhough und Wolfgang Rihm.
Seine Werke werden bei internationalen Festivals und Konzertreihen in Deutschland und Europa wie Nuovi Spazi Musicali, Rom, dem Europa-Festival Windrose, den STATIONEN NRW, der Scene:Österreich, der Bergischen Biennale, dem Neckar-Musikfestival und beim BKA Berlin gespielt.
2017 erhielt Johannes Marks vom Westdeutschen Rundfunk den Kompositionsauftrag für ein Stück zum WDR-Grundgesetz-Projekt, das zu einer Chorkomposition über den Artikel 16 a (Asylrecht) führte, die vom WDR-Rundfunkchor eingesungen wurde. Das Stück reiht sich in eine Gruppe von Kompositionen kritisch-humorvollen Inhalts ein, in denen der Komponist neue Formen des Miteinanders von Sprache und Musik gestaltet. In diesen Kontext gehört auch „Die Trio-Probe“, deren Musik 2018 in der Kammermusikreihe der Staatsoper Unter den Linden Berlin uraufgeführt wurde.
Weitere Kompositionsaufträge erhielt Johannes Marks von der Werner Richard - Dr. Carl Dörken Stiftung, der Universität Dortmund, vom Festival Scene:Österreich, von der Stadt Fröndenberg im Rahmen des Projekts Kulturhauptstadt Ruhr 2010, vom Ensemble CISIS und vom Deutschen Evangelischen Kirchentag 2019 für die Oper König Hiskia.
Seine Werke wurden und werden von renommierten Künstlerinnen und Künstlern aufgeführt, u.a. von den Pianisten Paulo Alvares, Fabian Müller, Rainer Klaas und Elisaveta Blumina, der Flötistin Carin Levine, der Geigerin Ioana Cristina Goicea (die sein Violinkonzert 2016 für den WDR einspielte), von dem Geiger Werner von Schnitzler, dem Tenor Paul Lyon und dem Dirigenten Florian Erdl. Als Komponist und/oder Dirigent arbeitete er mit der California Ear Unit, dem Artoll-Ensemble, dem Ensemble für Neue Musik an der Universität Dortmund, dem Art-Ensemble NRW, dem STATIONEN-Ensemble, dem Duo Katarakt, dem E-Mex-Ensemble und dem Ensemble Hörsinn zusammen.
Johannes Marks hat die Künstlerische Leitung des Projekts Sinfonia NRW (Studierende des Landes spielen zeitgenössische Musik für Kammerorchester), die Leitung des Dortmunder Kammermusikfestivals und der Fröndenberger Stiftskonzerte inne. Seiner Promotion über Musikalische Struktur und ästhetisches Wohlgefallen folgte eine rege internationale Vortrags- und Moderationstätigkeit zu Fragestellungen bezüglich der zeitgenössischen Musik und zur Ästhetik, u.a. ein Beitrag zur Ausstellung Was ist schön?
 des Deutschen Hygienemuseums Dresden.
24. November 2019
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