FÜR NEUE MUSIK ZÜRICH
Programm

PROGRAMM

16.06.2023  20:30  Zürich, Kunstraum Walcheturm


Carte Blanche Hanspeter Frehner

Uraufführungen von Hanspeter Frehner






„SOLO SUITE“ (1994/2014/2022) UA
für Klavier solo mit Flöte, Klarinette, Violine und Violoncello
1 „Monodie II“ – 2 „BAG III“ – 3 „Monodie III“ – 4 „BAG IV“

„BIRKEN GEWIRK" (2009/22) nach einem Gedicht von Lea Gottheil UA
neue Fassung für Klavier solo mit Flöte, Bassetthorn,Violine und Violoncello

„STÖHN“ (2010/2012/2022) UA
für Flöten, Klarinetten, Klavier, Schlagzeug, Violine, Violoncello und Kontrabass
1 „Seufz“ – 2 „Ächz“

„DREI SPLASH VARIATIONEN“ (1986/1992/2008/2022) UA
neue Fassung für Klavier solo

„WHITE MIRROR“ (1997/2011/2022) UA
für Flöte, Kontrabassklarinette, Klavier, Xylophon, Violine und Violoncello

„REGER?REGER!“ (2009/22) UA
für Flöte, Bassetthorn, Klavier, Vibraphon, Violine und Violoncello



ensemble für neue musik zürich
Elia Pianaro/Flöten
Manfred Spitaler/Klarinetten
Viktor Müller/Klavier
Jürg Henneberger/Klavier
Lorenz Haas/Schlagzeug
Daniela Müller/Violine
Nicola Romanò/Violoncello
Anna Trauffer/Kontrabass





Für die „SOLO SUITE“ habe ich Teil 1 und 3 aus meinem Stück „Grosse Monodie/Knäuel“ zurückbearbeitet und daraus „Monodie II“ und „Monodie III“ für solo Klavier hergestellt.
Aus meinen „vier Bagatellen für Flöte solo“ habe ich die 3. und 4. (BAG III und BAG IV) für 4 Melodieinstrumente erweitert – das alles aneinandergereiht ergibt meine Suite für meinen efnmz-Mitbegründer und Freund Viktor Müller am Solo Klavier und die „Melodiker*innen“ des efnmz.

„BIRKEN GEWIRK“ schrieb ich 2009 nach dem gleichnamigen Gedicht von Lea Gottheil für vier Stimmen im Auftrag von „Solovoices“. Für dieses Konzert habe ich das Stück für Klavier arrangiert und im Nachhinein eine Schattierung für Flöte, Bassetthorn, Violine und Violoncello eingerichtet, um den flüsternden Solisten nicht ganz alleine zu lassen...

„STÖHN“ ist ein Scherz, den ich dem efnmz zumute. Ein kurzes Geseufz mit den höchstmöglichen und den tiefstmöglichen Tönen des efnmz-Instrumentariums. Ein unaufgeführtes Ächzen nach unten ( „tiefer und tiefer, eine Hommage à E.H.) beendet den ersten Teil des Konzertes.

„DREI SPLASH VARIATIONEN“ ist eine Bearbeitung für Klavier Solo meines Stücks „Splash I/II/III“ für Sx,Pf,Perc,Kb – es wurde 2008 am 25. Jubiläum des efnmz vom X-Quartett uraufgeführt. Der Pianist des Quartettes war damals Jürg Henneberger, ein Ausnahme-könner auf seinem Instrument. Nur einer wie er kann diese sehr schwierig zu spielende Essenz aus meinem eher rockig/jazzigen Bereich meiner Musik zur Uraufführung bringen!

„WHITE MIRROR“ kann nur einem Nichtpianisten einfallen, einem Melodiker, der keine Ahnung von Harmonie hat – es ist eine dreifache Spiegelung – wenn man einen Spiegel auf die mittlere Linie unseres Notensystems stellt, spiegeln sich darin Klavier und Xylophohn, Flöte und Violoncello sowie Kontrabassklarinette und Violine optisch.
White deshalb, weil nur weisse Tasten gespielt werden. Woher ich die einfache Melodie habe, weiss ich nicht mehr. Sie ist aber an den Akzenten von Pf/Xylo zu erkennen. Kleinste Note ein Achtel, die längeren an der Anzahl dieser zu erkennen....viel Spass an einer etwas abstrakten Musik.

„REGER?REGER!“ hat irgendwie mit dem vorherigen Stück zu tun....nebst dem Spiegel auch etwas mit Bierkonsum.....
Eingefallen ist mir die Idee einer Bearbeitung der fünfstimmigen Fuge in e-moll für Orgel von Max Reger (aus „Monologe“ op. 63 Nr. 10 (1901/02), weil es in ihr so wahnsinnig viele Töne hat und ich einen Weg gefunden habe, diese auf die vier Melodieinstrumente und einhändig gespieltes Klavier der Originalbesetzung des efnmz gleichberechtigt zu verteilen und den Anfang der Themen jeweils vom Vibraphon (erfunden 1916, im Todesjahr von Reger) überdeutlich vibrieren zu lassen....
Erst jetzt zu meinem Abschied als Flötist des Ensembles mute ich diesem diesen Spass zu.



ensemble für neue musik zürich (www.ensemble.ch)
Das 1985 als Sextett (fl,kl,perc,pf,vl,vc) gegründete ensemble für neue musik zürich widmet sich ausschliesslich dem zeitgenössischen Musikschaffen. Die Musiker planen und konzipieren ihre Programme in eigener Regie und laden dafür die geeigneten Dirigierenden ein. Im Bedarfsfall wird die Stammformation um Sänger/innen und Instrumentalisten/innen erweitert. Jedes Projekt, jede künstlerische Entscheidung und auch die finanziellen Vermarktungsrisiken werden von den Musikern gemeinsam getragen.
Zu den besonderen Anliegen des ensemble für neue musik zürich zählt die Förderung noch nicht etablierter, junger Komponistinnen und Komponisten aus dem In- und Ausland sowie die Zusammenarbeit mit Tonkünstlern an den Rändern der Szene. Nebst über 300 Uraufführungen von Komponisten/innen aus mehr als 30 verschiedenen Ländern, die grösstenteils im Auftrag des ensembles entstanden und diesem gewidmet sind, finden sich in den Programmen auch Komponistenporträts von George Crumb, Liza Lim, Noriko Hisada, Hanspeter Kyburz, Franz Furrer-Münch, Dieter Ammann, Johannes Harneit, Jochen Neurath, Elliott Carter, Ysang Yun, Hans Joachim Hespos, Bruno Stöckli, Lukas Langlotz etc. und thematische Konzepte wie „Memento mori“ und „ZUHOEAN“ von Christoph Coburger und Sebastian Gottschick.
Im Kunstkontext veranstalten wir „Kunsthalle-Specials“ in der Kunsthalle Zürich, „Hommagen à Josephsohn“ in der La Congiunta in Giornico und Zusammenarbeiten mit Peter Regli (www.realityhacking.com), und im Jazzbereich mit Lucas Niggli, Nik Bärtsch, Chris Wiesendanger, Daniel Riegler, Matthias Spillmann, Philipp Schaufelberger, Dominique Girod, Tobias Meier und vielen andern. Radioaufnahmen bei SRF2Kultur, Radio Kiew, Radio Odessa, Hongkong RTHK, BR, WDR etc. und CD-Produktionen bei Hat Hut Records Ltd. und Musikszene Schweiz/Grammont.
Das ensemble hatte sich mit seiner „Theaterabteilung“ dieSZENEzürich über die Landesgrenzen hinaus mit Projekten von P.M.Davies („Mad Queen-Mad King“), Daniel Mouthon („Finnabout“, „l’empire des choses“, „Ghostdriver“, „Air à l’en verre“ und “Liquid Crystal Display”), Daniel Fueter (“Aufstand der Schwingebesen“ und „Forelle Stanley“) und „Keyner nit“ von Mathias Steinauer einen Namen gemacht. Durch erfolgreiche Zusammenarbeit mit Joachim Schlömer, Herbert Wernicke, Albrecht Hirche, Sven Holm, Stefan Nolte, Anna Viebrock und vielen anderen hat es modernes, zeitgemässes Musiktheater realisiert.
Das ensemble für neue musik zürich konzertiert erfolgreich in Europa, Zentralasien, China, Hongkong, Japan, Australien etc.
12. Januar 2023
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