FÜR NEUE MUSIK ZÜRICH
Programm

PROGRAMM

17.06.2023  20:30  Zürich, Kunstraum Walcheturm


Carte Blanche Hanspeter Frehner

Engelchen (2004) von Hanspeter Frehner




ENSEMBLE TZARA

Murat Cevik/Flöte
Martin Sonderegger/Klarinette
Talvi Hunt/Klavier
Sebastian Hofmann/Schlagzeug
Christina Aiko Meyer/Violine
Moritz Müllenbach/Violoncello



Dorothea Schürch/Stimme
Daniel Mouthon/Stimme

Lukas Langlotz/Leitung
Eliane Binggeli/Video


„Engelchent“ basiert auf dem Text „Die Jesus-Sünde“ von Isaak Babel und wird in konzertanter Form mit Bild aufgeführt.
Eliane Binggeli zeigt Videos von Landschaftsfahrten, in die sie zeitlich interveniert und in denen sie durch Veränderungen der herkömmlichen Bewegungsabläufe neue Kontinuitäten schafft. Die Bewegungen der Bilder werden so der Musik entsprechend strukturell variiert.
Die Musik ist von Hanspeter Frehner nach strengen Regeln aus dem Text transkribiert. So liefern die Buchstaben den Rhythmus und die Harmonie und die Worte erzeugen die Melodik.
Zu diesen Musik –Bild – Verläufen werden von den improvisierenden StimmakrobatInnen Dorothea Schürch (Arina) und Daniel Mouthon (Jesus) Dialofragmente aus dem Text rezitiert. Die musikalische Gesamtform wird bestimmt durch die sprachliche Abfolge im Text.




Dorothea Schürch (*1960) ist Sängerin, Performerin und Improvisatorin und promovierte zu avantgardistischen Stimmpraktiken der 50er Jahre (Graduate School of the Arts, GSA, Universität Bern) mit der von ihr entwickelten Forschungsmethode Audioscoring. Ihre Arbeit wurde vielfach ausgezeichnet. Zur Zeit recherchiert sie als Post Doc Tonbandkompositionen der 1950er und 1960er Jahre im Rahmen des vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Projektes „Schreiben mit Stimmen“ der Hochschule der Künste Bern.


Daniel Mouthon (1952) Schweizer Improvisationsmusiker (Klavier, Vokalperformance) und Komponist. Nach einem Primarlehrerstudium ein Musikstudium am Konservatorium Zürich. 1985 erste Performance Auftritte in Zusammenarbeit mit Urs Blöchlinger und Schlagzeuger
Dieter Ulrich; seit 1993 arbeitete er im Trio mit Nik Bärtsch und Philipp Schaufelberger
und im Duo mit Schaufelberger, das gelegentlich um Andres Bosshard, Dorothea Schürch oder Anna Trauffer zum Trio erweitert wurde und sich im Grenzbereich zwischen Jazz und Neuer Musik bewegte. Hinzu kamen Konzerte als interpretierender Vokalist mit Werken von Luciano Berio, John Cage und Peter Maxwell Davies.
Als Komponist vor allem im Bereich des Musiktheaters tätig:
„Waste Land“ (1985), „Nachtluft&Chor“ (1989), „Finnabout“(1991), „Il futuro della memoria“ (1993), „Nekoim – Nature obscure“ (1994), „Säugers Flug“ (1995), „Ghostdriver“ (1996), „Air à l’en verre“ (1997), „Interview mit Köstlichen“ (1999), „FlüügeStilz“ (2001), „scetchy scatto“ (2002), „Mnemosia – Lost in Memories“ (2004/05), „Meienberg“ (2005),
„Die Blechgiraffe“ (2009) oder „Schattenboxen“ (2010). "Liquid Crystal Display" (2016
"Roue, à rebours" (2016) etc


Lukas Langlotz, 1971 in Basel geboren, studierte an der Basler Hochschule für Musik Klavier (bei Jean-Jacques Dünki), Komposition (bei Rudolf Kelterborn) und Orchesterleitung (bei Manfred Honeck). Von 1996 bis 1997 weilte er in Paris; unterstützt durch ein Stipendium nahm er Kompositionsunterricht bei Betsy Jolas und besuchte einen Kurs am Ircam. An der Luzerner Musikhochschule schloss er 2005 seine Ausbildung ab mit einem Aufbaustudium in den Bereichen Dirigieren (bei Thüring Bräm), Korrepetition (bei Andrew Dunscombe) und Aufführungspraxis Alter Musik (bei Bettina Seeliger).
1998 und 2002 nahm Langlotz an den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt teil; 2002 fand dort die Uraufführung von „Rappresentazione“ statt, einem Trio für Bariton, Alt-(Bass-) flöte und Schlagzeug (2002). Eine rege Zusammenarbeit als Komponist und Dirigent pflegt Langlotz mit dem ensemble für neue musik zürich, mit dem er die HatArt-CD „The Sin of Jesus“ von Hanspeter Frehner aufnahm. Als Pianist war Langlotz lange als Begleiter und Korrepetitor von Vokalmusik tätig. Zusammen mit Beat Gysin gründete er 2010 „Studio-Klangraum“, das sich mit räumlichen Fragen in Bezug auf Musik beschäftigt (www.studio-klangraum.ch). Heute unterrichtet Langlotz an der Hochschule für Musik Basel und am Gymnasium Oberwil, Baselland.
Langlotz bezeichnet das Komponieren als „Besessenheit“, die ihn mit dem „Wesentlichen in Berührung“ hielte.


Das 2007 in Zürich gegründete ENSEMBLE TZARA führt in variablen Besetzungen neuste
Werke und Klassiker des 20. und 21. Jahrhunderts auf und vergibt zahlreiche
Kompositionsaufträge.
Der Name ist eine Hommage an Tristan Tzara, Mitbegründer des Dada in Zürich, und zugleich
Programm: Das ENSEMBLE TZARA stellt traditionelle Kunstformen in Frage, entwickelt
alternative Konzertformate und schlägt Brücken zu anderen Kunstrichtungen.
Ein weiteres Anliegen des Ensembles ist es, junge Ohren für zeitgenössische Musik zu öffnen.
Die eigens dafür konzipierten Kinderkonzerte machen vermeintlich Unzugängliches fassbar
und wecken Begeisterung für aktuelles Kunstschaffen.
Das ENSEMBLE TZARA gastiert im In- und Ausland. Von der Stadt Zürich erhielt es 2012 das
Werkjahr für Interpretation und 2021 das Werkjahr für neue Konzertformate. Es konzertierte
in Boston, New York und Chicago und debütierte 2019 beim Fesival MUSIC CURRENT in
Dublin, wo es von der Irish Times mit «the new music performance of the year» geadelt
wurde. https://www.ensembletzara.ch


Kyiver Nachrichten

Samstag, 29 April 2006

„Die Kunst, offen für Experimente“

.....Die Miniopera „Engelchen“ aufgeführt vom ensemble für neue musik zürich war ein hinreissendes Werk aus zeitgenössischen Quellen, mit einem anspruchvollen philosophischen Hintergrund. Dieses musiktheatralische Werk, nach Motiven von Isaak Babels Erzählung „Die Sünde Jesu“, stammt aus der Feder von Hans-Peter Frehner


Abendspiegel ( Nr.18), Kyiv

13. Mai 2006

„Die Avantgarde hören – und verstummen“ aus Begeisterung (anm. der red.)

Unbedingt zu erwähnen ist das konkurrenzlose ensemble für neue musik zürich mit der Aufführung des musikalischen Dramas „Engelchen“ nach Isaak Babels Erzählung “Die Sünde Jesu“.


Den’ (Der Tag )-Kyiver Zeitung
11.Mai, 2006

Unvergessliche Emotionen rief Hans-Peter Frehners Werk „Engelchen“, nach Motiven aus Isaak Babels Erzählung „Die Sünde Jesu“ hervor, mit dem das „Konzert-Szene 3“ eröffnet wurde.
Die bildhaft dargestellte „Liebesentwicklung“ zwischen Anuschka und Sergej, interpretiert vom ensemble für neue musik zürich (schweiz), wurde mit einem solchen subtilen Humor und stilistischem Durchhaltevermögen dargestellt, dass man sich ob freiwillig oder auch nicht, von der ersten Minute an, ins Spielgeschehen eingesogen fühlte. Mit ihrem Können demonstrierten die Solisten Dorothea Schürch und Daniel Mouton ein derart grosses Können ,
dass sie spielend ein ganzes Operntheater ersetzen konnten.


Der Kyiver Telegraf

28 April, 2006

Das 12. Festval der zeitgenössischer Musik in Odessa

.....So wie die künstlerische Leiterin des Festivals 2D2N, Karmella Tsepkolenko an der Pressekonferenz vorausgesagt hat, wird die Kammeroper „Engelchen von Hans-Peter Frehner nach der Erzählung von Isaak Babels „Die Sünde Jesu“, aufgeführt vom ensemble für neue musik zürich, bestimmt die dominierende Rolle im Festivalprogramm einnehmen.........
Karmellas Prognose hat sich durchaus bewahrheitet: In den Tagen vor Ostern, wurden „Das Engelchen“ wie auch „Der Knabe zeichnet eine Weinachtbaum mit Jesus“ ,mit ihrer ganz eigensinnigen Dramaturgie genau so vom der Zuhörer aufgenommen. Um dem Publikum das Verstehen der Werke zu erleichtern, wurden die Texte von Babel und Dostojevski als Booklet auf die Zuhörerplätze verteilt.
Die Vokalkunst („Engelchen“), glänzend vorgeführt von Dorothea Schürch und Daniel Mouton zeigte eine Meisterleistung des „neuen Sprechgesangs“ mit der virtuos ausgeführten Verbindung zwischen Gesang, Rezitativen, Ausrufen und dramatischem Flüstern.
21. Januar 2023
© ensemble für neue musik zürich, Gutstrasse 89, CH-8055 Zürich
T +41 (0)44 383 81 81, M +41 (0)79 207 55 92
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