FÜR NEUE MUSIK ZÜRICH
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04.10.2008  20:00  Radowanhalle, Yppenplatz, 1160 Wien

www.ensemblefuerstaedtebewohner.com

Lieder von Charles Ives, Hugo Wolf und Lennon/McCartey
In Bearbeitungen von Sebastian Gottschick
Sebastian Gottschick „Partita“ EA

Mit Jeannine Hirzel und Christian Wittmann ,Gesang
Leitung: Sebastian Gottschick



Schöne Lieder II

Lieder von Charles Ives und anderen
In Bearbeitungen von Sebastian Gottschick

Sebastian Gottschick „Partita“


ensemble für neue musik zürich
Hans-Peter Frehner Flöte
Manfred Spitaler Klarinette
Lorenz Raths Horn
Viktor Müller Piano
Lorenz Haas Percussion
Urs Bumbacher Violine
Nicola Romanò Violoncello
Anna Trauffer Kontrabass

Jeannine Hirzel und
Christian Wittmann Gesang

Sebastian Gottschick Leitung



Schöne Lieder II von Charles E. Ives und anderen (Bearbeitungen für Kammerensemble : Sebastian Gottschick) Scenes of my childhood are with me Ives Tom Sails Away (Ives) The Things Our Fathers Loved (and the greatest of these was Liberty) (Ives) Down East (Ives) Old Home Day (Ives) Ives All The Way Around and Back ... he liked to watch the funny things a-going by Ives The See'r (Ives) Grantchester (Rupert Brooke) Lennon / McCartney A Day In The Life Wolf Im Frühling (Mörike) Ives The Housatonic At Stockbridge (R. Underwood Johnson) Gottschick Partita (2007/2008)(UA) I. Mormorando II. Sognando III. Grave IV. Andante sempre rubato _________________________________ Today we do not choose to die or dance, but to live and walk Ives At the River (Lowry) Walking (Ives) General William Booth Enters Into Heaven (V. Lindsay) Ives Gyp the Blood or Hearst - which is worst? I know what it's like to be dead Ives No.96 (Romanzo di Central Park)(Anonymous) Lennon / McCartney Here There and Everywhere Ives Like A Sick Eagle (Keats) Lennon / McCartney She Said She Said Silence is pleased Ives From the "Incantation" (Lord Byron) Wolf Um Mitternacht (Mörike) Ives Evening (Milton)









“Schöne Lieder II”
“Einige der Lieder in diesem Band, besonders der späteren, können nicht gesungen werden; und auch wenn sie es könnten, würden sie es vielleicht vorziehen - wenn sie mitreden könnten - so zu verbleiben, wie sie sind, d.h. "auf dem Papier" - und daß sie in diesem friedlichen Zustand verbleiben werden, ist mehr als wahrscheinlich. Eine andere Rechtfertigung (...) für ihre Existenz (...) ist, daß auch ein Lied einige wenige Rechte besitzt - dieselben nämlich, welche andere Durchschnittsbürger besitzen. (...) Muß es denn immer ein höflicher Dreiklang sein, ein "breve gaudium", ein Zierband, das zur Stimme paßt? Sollte es nicht gelegentlich frei von aller Herrschaft des Brustkorbs, des Zwerchfells, des Ohrs und anderer solch interessanter Dinge sein? (...) Sollte es nicht Gelegenheit haben, nur für sich selber zu singen, wenn es schon singen kann? - nur sich selber zu vergnügen, ohne eine Verbeugung zu machen, wenn es keine Verbeugung machen kann? - in jedem Ozean herumzuschwimmen, wenn es schwimmen kann, ohne gleich am "Haken und Köder" anbeißen zu müssen, oder von einem Belcanto- Zerstörer versenkt zu werden? Sollte es aber Lust haben, dahin zu fliegen, wohin die Menschen nicht fliegen können, oder etwas zu singen, was nicht gesungen werden kann (...) - sollte es jemand daran hindern? - Kurz und bündig: Muß ein Lied denn immer ein Lied sein?
(Charles Ives, aus dem Nachwort zu den 114 Songs)
Charles Edward Ives (1874-1954) hat durch sein ganzes kompositorisches Leben hindurch (in den letzten 30 Jahren seines Lebens hat er fast nichts mehr komponiert) Lieder geschrieben. 1920 veröffentlichte er auf eigene Kosten eine Sammlung von 114 Songs, die man, ebenso wie die etwa gleichzeitig publizierte "Concord Sonata", als eine Art musikalischer Autobiographie betrachten könnte. Sie umfaßt Lieder aus drei Jahrzehnten. Viele der vertonten Texte wurden von Ives selbst oder von seiner Frau Harmony Twitchell Ives verfaßt. Neben klassischen Liedformen, auch nach deutschen oder französischen Texten, bilden die großen Themen seines Schaffens und Denkens den Schwerpunkt: Erinnerungen an seine Kindheit, an religiöse Versammlungen (vielfach mit Zitaten der alten Hymnen) und die Sphäre der von seinem Vater geleiteten Militärkapellen, sowie Visionen einer gerechteren Zukunft die sein politisches und ethisches Engagement widerspiegeln. Ein interessanter Aspekt dieser Sammlung ist, daß es sich bei vielen der Lieder um nachträgliche Bearbeitungen früherer Instrumentalfassungen handelt: teilweise waren diese Kammermusik- oder Orchesterstücke in der ersten Version mit einem (alternativ von einem Soloinstrument zu spielenden oder zu singenden) Text unterlegt, teilweise tatsächlich als rein instrumentale "Lieder ohne Worte" gedacht. Das hat zum einen mit einer Praxis zu tun, die er von seinem Vater George Ives übernahm: er spielte der Gemeinde Lieder zunächst auf dem Flügelhorn vor; zum zweiten bestätigt das oben zitierte Nachwort zu den 114 Songs, daß Ives viele der Lieder für nicht sangbar hielt - er betrachtete sein ganzes Komponieren als ein Experiment, und tatsächlich hat bis zur Veröffentlichung 1920 außer ihm selbst wohl kaum einer diese Lieder gesungen; zum dritten aber verweist dieses Verfahren - das Instrumentalstück als Originalversion, das Lied als späteres Arrangement - auf Ives' gesamtes Komponieren als Beschreibung konkreter Erlebnisse, weniger im Sinne eines literarischen Programms, als eben des Charakters von "Liedern ohne Worte", ohne daß immer ein bestimmter Text gemeint sein muß. Sebastian Gottschicks Bearbeitungen für ein variables Ensemble von acht Instrumenten nehmen häufig auf diese früheren Fassungen direkten Bezug: so ist etwa das Lied "The Housatonic at Stockbridge" ursprünglich das dritte der "Three Places in New England", ein Tongedicht für großes Orchester; die Klavierfassung ist notwendig eine Reduktion, die Bearbeitung für Ensemble verwendet viele der Nebenstimmen der ersten Version. "At the
River" ist eigentlich der dritte Satz der vierten Violinsonate. "Evening", "Incantation", "Like A Sick Eagle" und "The See'r" existieren als Ensemble- Miniaturen in verschiedenen Besetzungen. Nur "General William Booth Enters Into Heaven", eine großangelegte Ballade im Marschtempo über den Einzug des Heilsarmee-Gründers und seiner Armee von Bettlern, Drogensüchtigen und Leprakranken ins Himmelreich, wurde nicht in der Sammlung der 114 Songs, sondern erst später veröffentlicht.
Ergänzt werden die Ives-Songs durch kurze Instrumentalstücke, einige Lieder von Hugo Wolf und Lennon/ McCartney in Arrangements für die gleiche Besetzung, sowie die Uraufführung der „Partita“ von Sebastian Gottschick, eine Choralfantasie über „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“, 2007/8 für das ensemble für neue musik zürich geschrieben.




Sebastian Gottschick
Geboren in Düsseldorf, studierte Geige, Komposition und Dirigieren in Köln, Berlin, Hamburg und an der Juilliard School in New York. Als Dirigent arbeitete er zuletzt zusammen mit Ensembles und Orchestern wie dem Klangforum Wien, den Rundfunkorchestern Warschau, Berlin, München und Stuttgart, der Sinfonietta Leipzig, den Düsseldorfer Symphonikern, der Nordwestdeutschen Philharmonie, der Athelas Sinfonietta und der Orquestra Filarmonica de Gran Canaria. Von 1994 bis 1999 war er Künstlerischer Leiter des Ensemble Oriol Berlin, das unter seiner Leitung zu einem der führenden Kammerorchester in Deutschland wurde, mit einem weitgefächerten Repertoire vom Frühbarock bis zur jüngsten Moderne. 1994 bis 2003 war er Musikalischer Leiter der Neuen Opernbühne Berlin. Als Operndirigent gastierte er außerdem u.a. am Theater Basel, an der Berliner Kammeroper, am Teatro La Fenice in Venedig und am Teatro Sao Carlos in Lissabon. Seit 2005 ist Sebastian Gottschick Musikalischer Leiter des ensemble für städtebewohner wien/berlin. Mit dem ensemble für neue musik zürich besteht eine regelmäßige Zusammenarbeit seit 2002. Als Geiger und Bratscher widmet er sich vor allem der Kammermusik. Er ist Bratscher des aus dem Ensemble Oriol hervorgegangenen Manon Quartett Berlin.

Jeannine Hirzel, hoher Mezzosopran
Sie ersang sich im Jahr 2001 an der Musikhochschule Zürich das Konzertdiplom mit Auszeichnung in der Liedduo-Klasse von Irwin Gage. Seit dem Abschluss des internationalen Opernstudios Zürich ist die Sängerin freischaffend vor allem in Deutschland, Belgien und der Schweiz tätig.
Zu ihrem Opernrepertoire gehören Orlovsky (‚Fledermaus’ von J.Strauss), Hänsel (‚Hänsel und Gretel’ von E.Humperdinck), Nancy und Mum (‚Albert Herring’ von B.Britten), 2.Dame (‚Zauberflöte’ von W.A.Mozart), Annio (‚La Clemenza di Tito’ von Mozart) und Hauptrollen in Uraufführungen von D.Fueter, K.Arp und R. Moser.
Im Konzert sang sie zusammen mit J.Kaufmann ‚Das Lied von der Erde’ unter der Leitung von H.Holliger, ‚Le marteau sans maître’ von Boulez mit dem Nouvel Ensemle Contemporain, die bosnische Erstaufführung von Schönbergs ‚Pierrot Lunaire’ in Sarajevo und Liederabende bei „Freunde des Liedes“ mit Literatur der 2.Wiener Schule, Wagner und zeitgenössischen Komponisten.





Christian Wittmann, Schauspieler und Regisseur
Geboren 1967 in München, lebt in Berlin.
89-94 Ensemblemitglied am Staatstheater Bremen, Bühnen der Hansestadt Lübeck, sowie am Schauspielhaus Wien. Danach Gastengagements/Gastspiele u.a. Münchener Kammerspiele, Wiener Festwochen, FFT Düsseldorf, Schauspielhaus Düsseldorf, Volksbühne/Prater Berlin, Sophiensäle Berlin, Renaissancetheater Berlin, Theater Affekt Berlin, Hebbeltheater Berlin, Theaterhaus Gessnerallee Zürich, Theater am Neumarkt Zürich, Landestheater Linz, Bayerisches Staatsschauspiel München, ensemble für städtebewohner wien, donaufestival 02, ruhrtriennale 03, Theatre Le Maillon Strassbourg, Theaterikesää Tampere Finnland, Festspielhaus Hellerau, Moussonturm Frankfurt/Main, ausserdem diverse Engagements bei Film und Fernsehen.
Regiearbeiten in Bremen, Berlin und Linz.
Seit 2003 Zusammenarbeit mit Sebastian Gottschick und dem „ensemble für Städtebewohner“ bei den Produktionen „Null Tote“ (Ruhrtriennale 2003), „Idiot“ und „Arbeit ist Urlaub“ (Schauspielhaus Wien 2006).
20. Januar 2013
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