FÜR NEUE MUSIK ZÜRICH
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23.02.2009  17:15  ETH Zürich, Auditorium Maximum

Antrittsvorlesung Architektur und Kunst
Karin Sander

ensemble für neue musik zürich
spielt:
in höchsten tönen
Ensemble von Spielern, die sich darum bemühen, ihrem Instrument - gleich welcher Art - die höchsten Töne zu entlocken.

Jeder Spieler sollte mit seinem Instrument immer wieder versuchen, den
Anlauf von den nächst darunter liegenden Tönen zu nehmen, um dann
eventuell über das technisch Mögliche an Tonhöhe noch hinauszukommen, also den höchsten sicher kontrollierbaren Ton sowie die nächst höheren nicht mehr kontrollierbaren Töne zu spielen.

Die Lust daran, völlig unmögliche Tonhöhen zu erreichen bestimmt das
Stück sowie die unterschiedlichen Tempi der Tonabfolgen, die sich aus
technischer Sicht ergeben. Während zum Beispiel die Streicher versuchen, den höchsten Ton so lange wie möglich zu halten und dabei wimmernd noch höher zu rutschen, setzen die Bläser durch das Atmen den Ton immer wieder neu an, sie überblasen, pfeifen und fiepen. Die Schlagzeuger berühren ihr schrillstes Metall, kratzen und schlagen, während das Spinett und das Klavier sich in den Gesamtklang monoton einfügen. Ihr Anschlag lässt den Ton immer wieder aufleben und verklingen oder erneuert ihn noch schnell bevor er ausklingt. Die Sänger, eingesungen, versuchen mit ihren Stimmen hohe und immer noch höhere Töne zu erreichen, Obertöne oder Doppeltöne.
Alle Spieler hören sich und versuchen gemeinsam, höchste Höhen bzw.
Klangintensität zu erzeugen, die so lange wie möglich aufrechterhalten
werden soll. Dann bricht das alles zusammen und das Stück endet.
KS
20. Januar 2013
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